Am Kreuz der Erde

Ein Reisejournal aus dem Heiligen Land

Seit Jahren leitet Ilse Wellershoff-Schuur Reisen nach Israel. Die Begegnung mit christlichen, jüdischen und muslimischen Geistlichen steht dabei ebenso auf dem Plan wie der Kibbuz-Besuch. Ihr lebendiges Reisetagebuch ist eine hervorragende Einführung für eine Reise ins Heilige Land und eine spannende Lektüre für alle, die sich für ein friedliches Zusammenleben der Religionen interessieren.

Autor
Ilse Wellershoff-Schuur

Hersteller
Urachhaus

EAN
9783825179090


19,90

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Ohne Hoffnung kann man nicht leben. Man braucht Geduld, dann geschieht auch etwas. Es hat sich doch vieles auch zum Guten geändert durch gute und gepflegte Beziehungen. Beziehungen zu pflegen, ist eine Arbeit, die sich lohnt, Gastfreundschaft zu üben, auf andere Menschen aufmerksam zu sein.
(Taha, Sheikh eines Beduinen-Stammes)

Selbst im extremen Jerusalem existiert so etwas wie eine übergreifende religiöse Friedensbewegung. Es gibt sehr stark religiöse Menschen, sowohl im Muslimischen, oftmals aus dem Sufismus, wie auch im Jüdischen. Leute, die miteinander reden und sagen: Wir haben doch eigentlich nur eine unterschiedliche Sichtweise auf eine göttliche Realität. Es ist hier immer die Frage, ob Religion polarisiert oder verbindet.
(Ilse Wellershoff-Schuur)

Inhaltsverzeichnis

Die Situation im Land | Kreuzzüge | Einschub: War Nathan weise? | Zum Gebrauch der Namen des Landes | Integration? | Der Muezzin und unsere Gebetskraft | Begegnung mit dem Sufismus | Schmelztiegel oder Salatschüssel? | Dialog der Religionen und Vielfalt der Kirchen | Mosaike, Museen und Naturschutzgebiete | Kibbuz Harduf | Neue Gemeinschaftsbildungen | Hoffnung im Heiligen Land? | Der gemeinsame Weg


Rezension

Wie soll man noch über ein Land schreiben, das nicht nur ständig in den Medien präsent ist, sondern in dem Kräfte wirken, die uns alle in unterschiedlichster Weise herausfordern. Da kann es keine objektive Schilderung geben. An politischen Analysen fehlt es nicht, auch Fakten sind in Zeiten des Internet leicht zu erhalten. So bleibt nur das Gespräch.

Eine Reise ist immer Gespräch. Ich spreche mit dem Land und mit seinen Bewohnern, ich spreche mit Reisegefährten, spreche mit mir selbst. Alles ist in Bewegung. Ständig ergeben sich neue Situationen, neue Anlässe, neue Fragen. So ist auch das Reisejournal von Ilse Wellershoff-Schuur ein Gespräch mit vielfach wechselnden Perspektiven, voller Bilder und Fragen. So gut wie alle Aspekte dieses heiligen Landes kommen zur Sprache, es wird nicht geurteilt, sondern nachdenklich hinterfragt: »Wem gehört das Land? Was heißt überhaupt ›gehören?‹« – Dazu die Feststellung »Die Menschen von heute, Juden wie Araber, sind nicht die nachweisbaren, biologischen Erben irgendwelcher früherer Bewohner des Landes.« Schnell wird deutlich, dass es in diesem Land nicht um »Recht haben« geht, dass alle Pläne, Resolutionen und Vereinbarungen zu keiner Lösung führen werden. Vielmehr sind es die Menschen, auf die es ankommt. Neben all den Orten, an die wir in diesem Buch geführt werden, sind es vor allem die menschlichen Begegnungen, in denen Hoffnung sichtbar wird. So klein angesichts der verfahrenen politischen Situation Initiativen wie Harduf und Scha‘ar laAdam/Bab l‘il-Insân – das Tor zum Menschen – oder auch das Friedensdorf Neve Schalom erscheinen mögen, so wachsen doch dort die Keime für ein zukünftiges Zusammenleben.

Ilse Wellershoff-Schuur ist ein sehr persönliches, nachdenkliches Buch gelungen, ein inneres und äußeres Reisejournal.

Quelle: Die Drei, Heft 7/8, 2015

Erscheinungsdatum: 01.2015
Auflage: 1.
Seiten: 300, mit zahlreichen Fotos
Einbandart: kartoniert
ISBN: 978-3-8251-7909-0
Ilse Wellershoff-Schuur, geboren 1958 in Brake an der Unterweser, Kindheit mit vielen Wohnort- und Schulwechseln in Norddeutschland, Bonn, Philadelphia (USA). Abitur an einem katholischen Mädchengymnasium in Wilhelmshaven Jurastudium in Bonn, Aarhus (Dänemark) und Kiel Referendarzeit in Flensburg, Waldorflehrerstudium in Skanderborg (Dänemark) Lehrerin in Aarhus und Oldenburg Studium an der Freien Hochschule der Christengemeinschaft in Stuttgart Priesterweihe 2000. Seitdem als Gemeindepfarrerin tätig. Mit-Initiatorin einer jüdisch-arabischen Begegnungsstätte in Galiläa, Deutsch-israelische Jugendarbeit, Studienreisen ins Heilige Land interreligiöser Dialog mit Islam und Judentum Proseminar am Bodensee zur berufsbegleitenden Priesterbildung.
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