BEUYS (DVD)

Beuys. Der Mann mit dem Hut, dem Filz und der Fettecke. 30 Jahre nach seinem Tod erscheint er uns als Visionär, der seiner Zeit voraus war. Geduldig versuchte er schon damals zu erklären, dass "Geld keine Ware sein darf".

Autor
Andres Veiel (Regie)


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Er wusste, dass der Geldhandel die Demokratie unterwandern würde. Doch mehr als das. Beuys boxt, parliert, doziert und erklärt dem toten Hasen die Kunst. Wollen Sie eine Revolution ohne Lachen machen? fragt er – und lacht. Sein erweiterter Kunstbegriff führte ihn mitten in den Kern auch heute relevanter gesellschaftlicher Debatten.

»Ich bin gar kein Künstler. Es sei denn unter der Voraussetzung, dass wir uns alle als Künstler verstehen, dann bin ich wieder dabei. Sonst nicht.«

Regisseur Andres Veiel und seine Editoren Stephan Krumbiegel und Olaf Voigtländer zeichnen in ihrer furiosen, klugen Collage unzähliger, oftmals bisher unerschlossener Bild- und Tondokumente das Bild eines einzigartigen Menschen und Künstlers, der in seiner rastlosen Kreativität Grenzen sprengte. BEUYS ist kein klassisches Porträt, sondern eine intime Betrachtung des Menschen, seiner Kunst und seiner Ideenräume, mitreißend, provozierend und verblüffend gegenwärtig.


Renzension in a tempo 07/2017

MEHR ALS DIE KUNST IM BLICK

von Albert Vinzens

Bei der Kunst soll keine Beliebigkeit herrschen, sondern etwas herauskommen, hat Joseph Beuys (1921–1986) gesagt. Der berühmte Mann ist nicht Künstler innerhalb des klassischen Kunstbegriffs geblieben, sondern hat sich als Sozialgestalter verausgabt – als Künstler im erweiterten Sinn, Am Schluss sollte dabei eine Gesellschaft jenseits von Kapitalismus und Kommunismus herauskommen. Vom l'art pour l’art hat sich Beuys um so mehr entfernt, je endgültiger sein Werk ins Leben eingegriffen und je endgültiger er für die Soziale Plastik eine Sprache gefunden hat.

Andres Veiel hat viele hundert Stunden Film- und Fotomaterial über Beuys zu einem Film verdichtet, der nichts als diesen Kampf um eine andere Gesellschaft zum Ausdruck bringt. Veiel verzichtet auf eine Chronologie und kommt ohne kunstgeschichtliche, pädagogische, politische oder weltanschauliche Überhöhungen aus. Er widmet sich «nur» dem Phänomen Beuys, diesem äußerst zerbrechlichen und gleichzeitig extrem durchschlagkräftigen Menschen. Dem Filmemacher gelingt es, mit Verve das Energiefeld dieser «gelebten Identität zwischen Denken und Tun» zu dokumentieren. Der Film lautet kurz und bündig und in Großbuchstaben: BEUYS – und trifft damit das Thema auf den Kopf. Auf diesen Film habe sie seit 30 Jahren gewartet, sagte Thea Thönges, langjährige Mitarbeiterin von Beuys, begeistert.

Veiels furios montierte Collage zaubert eine Glut auf die Leinwand, die gleichzeitig Tempo und große Stille, halkyonisches Gelächter und abgrundtiefe Trauer zeigt. Der Film ist selbst ein Kunstwerk, er elektrisiert und macht Mut. Angetreten unter dem weit verbreiteten Dünkel, über Beuys sei schon alles gesagt, gelingt es dem Regisseur, dieses Vorurteil mit jeder weiteren Minute seines Streifens schrittweise zu widerlegen. Veiel durchforstete jahrelang die Archive, er befragte über zwanzig Zeitzeugen, förderte unerschlossenes und bisher unbekanntes Bild- und Ton­material zutage und komponierte das Ganze zu einem Porträt.

Er zeigt einen rastlosen, jedes Understatement der Erwachsenenwelt unterminierenden, eine mythische Welt inszenierenden Mann, der sich den Fragen seiner Zeitgenossen mit großen Bildern, Fett, Filz und schamanistischen Ritualen annäherte, allein oder mit Tieren, die er in seine Aktionen einbezog. (...)

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PRESSESTIMMEN

»Chronologie und Orte verschwinden. Der Mensch und Künstler Joseph Beuys tritt dafür um so klarer hervor, streitend, schwitzend, immer für eine Provokation gut. Der Film erklärt Beuys nicht. Er zeigt ihn. (...) Andres Veiel hat mit Beuys mehr als nur einen verfilzten Kunstmythos belebt. Er hat Antworten auf die Fragen unserer Zeit gefunden, indem er an Beuys wichtigstes Credo erinnert: „Jeder Mensch ist ein Künstler.“ Jemand wie Beuys fehlt. Ihn ernstznehmen, heißt: Lasst uns Künstler sein!«

ZDF ASPEKTE

»Viele Menschen verstehen unter der Kunst die Freiheit des Willkürlichen: Kunst, da kann ich ja machen, was ich will! Aber was soll denn Kunst, wenn nichts dabei herauskommt?«

»Andres Veiels faszinierender Film zieht seine stilistischen Mittel aus der rastlosen Kreativität seines Protagonisten. Vielleicht war das Leben von Beuys selbst sein größtes Kunstwerk – das ist es, was Veiels fein gesponnenen, klugen Film zu einem solchen Vergnügen macht.«

SCREEN DAILY

»Jeder Beuys-Biograf findet seine eigene Wahrheit, doch Andres Veiel verweigert eine konventionelle Künstler-Biografie, die Beuys mit seinem Tod abhakt und wieder ins Museum zurückschickt. Der Film lässt fast ausschließlich Beuys selbst zu uns sprechen, als wäre er unter uns. (...) Andres Veiels Film ist ein subtiles Künstlerporträt. Und zugleich ein aufmunternder Angriff gegen den Kleinmut in der Kunst und in der Gesellschaft von heute.«

ARD TITEL THESEN TEMPARAMENTE

»Ein ästhetisch avancierter, formvollendet montierter, mitreißender Film.«

CICERO

»Immer wieder heftet sich der Film an die eingefallenen Wangen und das breite Lächeln dieses Gesichts, an die klaren und zugleich müden Augen, an einen Blick, der eben in der Erschöpfung eine durchdringende Genauigkeit zu entfalten scheint, als fehle ihm gänzlich die Kraft zu jeder Art der Täuschung und des Selbstbetrugs. Es ist das Antlitz eines Menschen, der sein Leben ganz dem Drang gewidmet hat, sich selbst zu verschleißen – ein Drang, der zugleich die tiefe, nie versiegende Energiequelle ist, von der Veiels Film lebt. (...) Diese Kraft hatte Beuys stets zur Gänze der Kunst gewidmet, und so findet auch Veiels Film sein eigentliches Zentrum in einer Aufnahme des lachenden Beuys, die nachträglich digital in eine Zeitlupe verwandelt wurde. In diesem Moment kommt Beuys, der Film, Beuys, dem Künstler, ganz nah – indem er ihn selbst wie eine formbare Plastik behandelt.«

CRITIC.DE

»Eine kraftvolle, behutsame Annäherung an den Menschen Beuys, seine Kunst und Ideenwelt ... Das Hauptverdienst von Andres Veiels schillerndem Werk dürfte sein, dass man nach dem Film erkennt: So einer wie Joseph Beuys fehlt.«

SÜDWESTPRESSE

»Andres Veiels Beuys ist große Kunst ... Veiel schafft einen überraschenden Zugang, wo man dachte, über Beuys sei alles gesagt. Er sucht den Menschen, die Persönlichkeit hinter dem Künstlermythos. So etwas wirkt selbstverständlich auf die kunsthistorische Einordnung zurück. Veiel ist einer der umsichtigsten deutschen Dokumentarfilmer. Es ist ein Glücksfall, dass gerade er in jahrelanger Recherche dieses gewichtige Thema gestemmt hat.«

NZZ

»BEUYS ist ein Künstlerportrait, das Lust auf Kunst macht ... Aus dem Material und dem famosen Einsatz von Schnitt und Montage gewinnt Beuys seine Dynamik und seine Spannung. Die Cutter Stephan Krumbiegel und Olaf Vogtländer haben dafür den Silbernen Bären für eine Herausragende Künstlerische Leistung verdient.«

FESTIVALBLOG.COM

»Kein klassisches Porträt, kein Frage-und-Antwort-Spiel, vielmehr selbst ein Kunstwerk, eine Collage, furios montiert. Man meint Beuys zu begreifen – und freut sich, wenn er provokant fragt: Wollen Sie eine Revolution ohne Lachen machen?.«

MORGENWEB

»Veiel sammelt Hinweise, Spuren, zielt aber auf keine finalen Erklärungen. Dafür wird auf berührende Weise der Mensch Joseph Beuys sichtbar. Sein lebenslanges Thema war die körperliche und seelische Verletzlichkeit des Menschen. Wie viel Humor und wie viel Mut gehört wohl dazu, sich derart rückhaltlos zu öffnen, wie es Joseph Beuys mit seinen Aktionen, Diskussionen und seiner Kunst immer wieder getan hat? Wer war Joseph Beuys? Auf fast zärtliche Weise lässt uns Veiel in seinem Dokumentarfilm selbst eine Antwort auf diese Fragen finden.«

RBB

Deutschland 2017, 107 min, 16:9 / 1:1,77 Sprache: Deutsch, Untertitel für Hörgeschädigte

STAB

Regie Andres Veiel 
Schnitt Stephan Krumbiegel 
Olaf Voigtländer 
Archiv und Recherche Monika Preischl 
Ton Hubertus Müll 
Kamera Jörg Jeshel 
Musik Ulrich Reuter 
Damian Scholl 
Sound Design und Mischung Matthias Lempert 
Grafik und Animation Jutojo/ Toby Cornish Johannes Braun
Herstellungsleitung Melanie Berke 
Redaktion Martina Zöllner (SWR) 
Simone Reuter (SWR) 
Christiane Hinz (WDR) 
Koproduzenten Claudia Steffen 
Christoph Friedel 
Produzent Thomas Kufus 

INTERVIEWPARTNER

Caroline Tisdall
Rhea Thönges-Stringaris
Franz Joseph van der Grinten
Johannes Stüttgen 
Klaus Staeck

Eine Produktion der zero one film in Koproduktion mit Terz Film, SWR/ARTE, WDR, gefördert von Filmstiftung NRW Medienboard Berlin-Brandenburg, BKM, FFA, DFFF und MEDIA

Weltvertrieb Beta Cinema
Verleih Piffl Medien

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