Hieronymus - über Kino und Liebe in Zeiten der Reinkarnation

Ein transformatorischer Roman der Jahrtausendwende. Eine Symphonie entfernter Bezüge, vom Leben auf pyrenäischer Ketzerburg hinein in die gegenwärtige Filmszene Berlins. Von der philosophischen Selbstaufklärung und der suggestiven Macht optischer Medien. Magische Denkfabrik und schwergeprüfte Minne.

Autor
Reto Andrea Savoldelli

Hersteller
SeminarVerlag


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Hieronymus Halbeisen, in jungen Jahren Filmemacher, hat sich ganz von Kino und Fernsehen abgewendet, und er weiss auch warum. Trotzdem nimmt er an einem Wendepunkt seines Lebens, der sich in Unterströmungen seiner Seele und durch Begegnungen mit Menschen anbahnt, an einer experimentellen Filmvorführung teil. Deren Gerätschaften, also Projektor und Leinwand, wie auch die Bilder sind geschaffen worden von Menschen, die in und um Dr. Attila Haugs „Burggesellschaft“ forschen und arbeiten und denen Halbeisens Kritik am gegenwärtigen Kino wie auch seine Fragen nach einem geistorientierten Film der Zukunft existentielles Anliegen sind. Doch die Dinge laufen aus dem Ruder. Das Filmerlebnis löst bei Halbeisen einen komatösen Zustand aus, innerlich einen Bilderstrom aus seiner Verkörperung in Südfrankreich zur Zeit der Katharervernichtung. Dank der Hilfe von Attila Haug, einem Eingeweihten, beim Umgang mit der gefährlichen Erfahrung, gelingt es Halbeisen, diese zu integrieren. Er erkennt in seiner Umgebung wiederverkörperte Menschen aus jener Zeit, und er stürzt sich aus eigenem Impuls in das Abenteuer,
an die damaligen Verhältnisse anzuknüpfen.


Die Auflage des Manuskriptdrucks, der begeisterte Leser und Rezensionen hervorgerufen hat, ist vergriffen. Für die zweite Auflage wurde der gesamte Text vollständig überarbeitet. Sie erschien Ende März 2013.

„...Savoldelli schuf aus dem Vollen: exakt, poetisch, intelligent, zielsicher, mit viel Fantasie und stets getragen, das wird beim Lesen allmählich bewusst, von einem immer, immer anwesenden Überschuss an Leben, Einsicht, Möglichkeiten. Ich erlebte die Lektüre von „Hieronymus“ als tiefgründig Leben und Freude weckend.“ (Markus Sieber in „Gegenwart“, Bern)

«Ein spannendes Buch mit Tiefsinn. Ich las, und konnte es nicht mehr aus der Hand legen; das hat mich für ein paar Tage um den Schlaf gebracht. - Mit grosser Liebe zum Detail beschreibt Reto Andrea Savoldelli die Beziehungen zwischen den agierenden Personen, macht ihre inneren Motive, ihre Fragen, ihre Kämpfe. ihr Streben, Versagen und Überwinden erlebbar. Er ist ein Meister in der seelischen Beobachtung, die man auch als das Lebensmotiv von Hieronymus bezeichnen könnte. Sie ist denn auch die treibende geistige Kraft, die Hieronymus zu einer Rückschau in ein vergangenes Leben führt, das sein Leben verwandelt. Während er vorher wie "mit angezogener Handbremse durch das Leben fuhr", blüht durch die Rückschau im reifen Alten seine Jugendkraft neu auf. Der Begriff der Liebe, die im Buch in vielgestaltiger Form auftritt, adelt das Leben der Menschen. Besonders eindrücklich ist die Liebe zwischen Hieronymus und Isabelle Montclaires, die über Jahrhunderte einen Bogen spannt. - Reto Andrea Savoldelli hat, was die Sprachform anbelangt, ganz eigene, kreative und ausserordentlich prägnante Wortgestaltungen. Ich möchte dem Autor für sein Buch herzlich gratulieren. » (E. Meier, DE-Hasselberg)

Auszüge aus Rezensionen (Auswahl)

Andreas Laudert in "Das Goetheanum", 2015
Dass dieses vielschichtige Buch mancherorts beschwiegen werden dürfte, mag symptomatisch sein. Es bereitet aber bei aller Sympathie auch Schwierigkeiten, besprochen zu werden….Der Stil ist interessant: eine Mischung aus gedanklichen Passagen, imaginativen Einschüben, sehr (normalen) Alltagsdialogen, komplexen Diskursen, (foto)grafischen Elementen und selbstreferenziellen Autor-Einschüben…Das Buch mag den Anspruch eines Ergebnisses haben, einer Frucht oder Summe. Vielleicht ist es aber eher ein Beginn. Sein Korpus mag sich später noch einmal ganz anders verkörpern. Es ist noch alles drin. 

A.Sch., Verein SinneWerk, Berlin 
Zugegeben, ich hatte einige Vorbehalte gegen die Verknüpfung von Film und Reinkarnation, fragte mich: brauchen wir das? Aber als ich zu Lesen begonnen hatte, zog mich die Behandlung des Stoffes magisch in Bann, in wenigen Tagen hatte ich das Buch durch. Schon die Reflektionen über Film und Kino - die zur heutigen Bildung gehören müssten für einen bewussten Umgang mit dem Medium - , sein Hinweis auf Pasolini ... alleine sind es Wert, das Buch gelesen zu haben. Doch auch die phantasievolle Behandlung des Themas Reinkarnation ist ein Genuss. Man spürt das Ringen des italienisch-schweizerischen Autors, selbst Filmschaffender, um seine Lebensthemen und darf Teilnehmen an einer künstlerischen Selbsterforschung, wie sie heute nur wenige zustande bringen. - Ein Buch, dass ich immer wieder in die Hand nehmen werde.

Leserstimmen

J.S., Ellwangen, 2010:
Das Interesse an den Romanfiguren kann dazu führen, dass sich der Leser fragt, wo die lebenden Vorbilder zu finden sind, da der Autor sie ganz bewusst in der gegenwärtigen und in der vergangenen Wirklichkeit verwurzelt. Alle Orte existieren. Auch die Figuren sind so gezeichnet, dass man reale Personen des gegenwärtigen Geisteslebens in ihnen erahnen kann. Der Autor streut, auch in Form von Fotografien, immer wieder versteckte Hinweise ein, so dass man nach einiger Recherche besonders über das Medium Internet tatsächlich auf diese Vorbilder trifft. - Aber hier verbietet es das Taktgefühl dem Leser, weiter zu forschen, will er nicht, angestachelt durch eine oberflächliche Neugier, einer spirituellen Sensationslust verfallen. - Der Roman betritt in der Nachfolge der „Mysteriendramen“ Rudolf Steiners Neuland, indem er den Reinkarnationsgedanken ernst nimmt und ihn bis in die Einzelheiten anhand weniger Figuren, die alle miteinander verbunden sind, glaubhaft aus der unmittelbaren Gegenwart heraus entwickelt. Es ist ein mutiger Roman, denn der Autor, der ebenfalls im Roman als Figur auftritt, wagt sich auf Pfade, die bisher nur zaghaft beschritten wurden. - Für mich ist der Roman eine Art Vorläufer für die spannendsten Geschichten der Zukunft. Denn immer mehr Menschen werden das erleben, was Halbeisen in seinem „Schlaf“ erlebt hat. Und so wird Geschichte wieder lebendig, auch wenn sie scheinbar längst vergangen ist. 

W.R., Hamburg, 2010:
Daher kann ich mir nur schwer vorstellen, irgendwelche Text-Passagen nachträglich zu  "kürzen", denn "Durchhänger" habe ich während des Lesens bisher nicht bemerkt, auch wenn ich oft sehr spät des abends zur Lektüre greife. Gerade die Gespräche zwischen Haug und Halbeisen könnten bei mir zu einer wiederholten Lese-Anregung führen. So unterschiedlich und differenziert sind nun einmal die Leser und das ist gut so. Daher plädieren ich auf  ein Beibehalten des urprünglichen Romanentwurfs. Das ist großes "Kino" auf meiner inneren Leinwand. - Soweit mein vorläufiges Fazit.  Ich bin dem Autor dankbar für diesen Roman.  

R.M.N, Bern, 2013:
Der Hieronymus begleitet mich immer noch und versüsst meine Zugreisen!... Die Selbstverständlichkeit, mit der das esoterische Wissen einfach zum Leben gehört, find ich super... 

U.L., Leutkirch, 2013:
Ich bin jetzt 93 Jahre alt und habe mir den Hieronymus-Roman zum zweiten Mal vorlesen lassen. Beim Hören der aktuellen Ausgabe fiel mir sofort die stilistische Verbesserung gegenüber der Erstausgabe auf. Alles wirkte lebendiger, interessanter. So hatte ich viel Freude an dem Buch. 

H.W., Dresden, 2013:
Am Dienstag begann ich die Lektüre des "Hieronymus", gestern Morgen schon beendete ich sie - mit Freude und innerer Befriedigung. Mit vielen Ihrer Gedanken sprachen Sie mir auch aus meinem Herzen. Immer einmal hier auf der Erde zu erscheinen, ist mir eine tiefe Gewißheit. Es ist sehr schön, w i e Sie dieses Thema in Ihrem Roman aufgegriffen haben: ganz offen und genau, ohne viel Aufregung, sondern wie eine Selbstverständlichkeit...Insofern besteht die Kräftigung für mich nicht nur im Thema und dessen Bearbeitung, sondern auch im Wissen um andere Menschen, die dieses irdische Leben in einem viel größeren Rahmen erleben und zu gestalten versuchen. Dafür bin ich sehr dankbar!

I.B., Oslo, 2013:
I really really appreciated the reading of your Hieronymus. So that's why I'm writing, to say thank you for this very special book, and that you have gathered so much of your life experience and work into it. One thing I particularly appreciated was the REALness of the characters - the richness of surprising details and the individual qualities, opposite to the clichés, which is also one of your many themes, so you "walked the talk", and all the way, which I really find extraordinary. I also appreciated very much how you build up the meetings of the characters and how they take each other in, in the first part, and then how the relations change in the last part after the "Coma experiences". This is very interesting, and it gives a lot, this perspective! - I also read the "Entstehungsgeschichte" yesterday, so I see that you have had enough of resistance against this project. 

D.M.-B., Berlin, 2013:
Den Hieronymus habe ich verschlungen und einer Freundin geliehen, verdauen muss ich ihn später noch einmal oder doch wiederkäuen. Der letzte Teil sorgte wahrhaft dafür, dass ich mich nicht erinnern wollte, wie du meine Frage, ob der Roman rein fiktiv sei oder nicht, beantwortet hast! Ich war mir sicher, du hättest gemeint rein fiktiv, aber ich will es nicht annehmen. Ich kann mit Sicherheit sagen, dass ich insgesamt eine völlig angenehme und passend servierte Mahlzeit mit diesem Märchen zu mir genommen habe, was eine grossartige Tatsache ist. 

Andreas Schurack, Sinnewerk, Berlin, 2014:
Ich habe Deinen Hiero mit Vergnügen und Begeisterung gelesen. Ein mutiges Werk! Gerne würde ich Dich zu einigen Dingen befragen.                        

Isabelle Val de Flor, FR-Chatou, 2014:
Il y a dans ce livre une créativité débordante et des images si bien dépeintes qu'on aurait envie de voir le film réalisé. Bravo pour la rencontre entre Isabelle Montclaire et Hieronymus, la pirouette à la fin ou Savoldelli apparait à leur côté est très convaincante... comme si la création se séparait de son auteur…  

Ueli Seiler, Ins, 2015:
Der Roman zeigt virtuos, dass der Mensch der Nachtseite, des Geistigen bedarf, um überhaupt wirklich Mensch zu sein. Die Texte, wo die Sicht des persönlichen Engels zitiert werden, sind genial. - Noch nie las ich einen Roman mit so hoher Spannung. Mich drängte es ständig immer weiter zu lesen. Ich ertrug es fast nicht, 500 Seiten lesen zu müssen, um ans Ende zu kommen. Der Schluss ist für mich irgendwie unbefriedigend. Genial wie der Autor plötzlich Teil des Geschehens ist und sich aus dem Buch heraus in die Wirklichkeit wagt. - Alle Gestalten des Personals sind lebensnah und konsequent charakterisiert. Als Leser sind sie alle liebenswert, kraftvoll und z.T. entwicklungsfähig. Meine Lieblingsgestalt ist Isabelle. 

Elliot Martin Hiller, Malta, 2016:
Sie schreiben multischichtig in einer unnachahmlichen Art und Weise, die mir sehr gefällt. Sie ermöglicht dem Leser den Inhalt zu entnehmen, wofür er in diesem Augenblick Ohren hat. Gleichzeit wird registriert, bewusst oder unbewusst, dass hier mehr vorhanden ist. Weiter und tiefer zu erforschen, liegt dann in seiner eigenen Freiheit. - Hier tragen Sie zu einer Erneuerung eines altehrwürdigen Freiheitsprinzips bei, das in der heutigen Weltlage eine wichtige Rolle spielen könnte.


Für Literaturvereine und Buchverkaufsstellen bietet R.A.Savoldelli Lesungen an (auch audiovisuell unterstützt und auf Wunsch zusammen mit Ausführungen zu „Vom Drehbuch zum Roman 1973-2013“ oder „Was hat Kino mit Reinkarnation zu tun?“) 

Seminar-Verlag Basel

3. Auflage 2013 / 512 Seiten mit 40 Abbildungen

Reto Andrea Savoldelli, aus Solothurn, italienischer Abstammung. Er lebt im Sundgau (Elsass). Vater von drei Töchtern. Verschiedene Auszeichnungen für seine experimentellen Spielfilme u.a. des Filmfestivals Hof (DE) und Montreal (CA). - «Stella da Falla» (gefördert von Bund und Schweizer TV) ist 1972 der schweizerische Beitrag im Wettbewerb des Filmfestivals Locarno. «Stella da Falla» ist der erste von einem europäischen Sender ausgestrahlte Film, dessen Hauptfigur in zwei Leben gezeigt wird. Zum filmischen Werk des Autors siehe www.HieronymusFilm.ch
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