Quo vadis? Medizin am Scheideweg


von Volker Fintelmann

Die immensen medizinischen Erfolge des 20. Jahrhunderts werfen tiefe Schatten, die sich heute immer bedrängender auswirken und Fragen in das Gesundheitswesen tragen, die dringend zukunftsweisende und helfende Antworten finden müssen. Längst haben Fortschritt und wirtschaftliche Interessen das Junktim von Helfen und Heilen verzerrt und die Medizin von der Spiritualität entfernt.

EAN 9783932386282

Artikelnummer 9783932386282

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»Der Mensch stehe im Mittelpunkt der Medizin.«

Das Werk führt über eine kritische Bestandsaufnahme der Medizin des 20. Jahrhunderts hin zu Forderungen für eine Zukunft, welche die einzige Grundlage für ein auch in diesem Jahrtausend trag- und leistungsfähiges Gesundheitswesen bilden.
Der Scheideweg ist ein altes Bild der Mythologie. Er ist auch Teil des analytischen Erkennens, das im Entweder-Oder die Denkart der Medizin des 20. Jahrhunderts bestimmte. Sie entschied sich für das Objekt und schloss alles Subjektive aus ihrer Wissenschaftlichkeit aus. Sie machte so den Menschen zum Objekt ihres Handelns, in einer Zeit, in welcher die immer stärkere Individuation des Einzelnen das soziale Leben prägt. Sie fragte schließlich nach dem Kollektiv statt nach der Einmaligkeit der Person. Das brachte revolutionäre Fortschritte in Diagnostik und Therapie und stellte die Medizin in eine öffentliche Aufmerksamkeit, wie sie noch nie zuvor existierte. Aber es machte sie auch zu einem Wirtschaftsfaktor, ja zu einem Markt von ungewohntem Ausmaß. Und es entfernte sie von dem Menschen, seiner Subjektivität, seiner spirituellen Dimension. Es entstand eine neue, die »iatrogene« Variante des Krankseins. Das »nil nocere« – der Arzt darf nie schaden – wurde gegen das Machbare getauscht.
So haben die ungeheuren medizinischen Erfolge des 20. Jahrhunderts auch schwere Schatten geworfen, die sich heute immer bedrängender auswirken und Fragen in das Gesundheitswesen tragen, die dringend zukunftsweisende und helfende Antworten finden müssen.
Die Fragen und Antworten sind die eines Arztes, der das Sowohl-als-auch über das Entweder-oder stellt, der Intuition als Bestandteil und nicht als Gegensatz der Wissenschaft in der Medizin erlebt und der getragen ist von der Überzeugung, dass Medizin dem Menschen in seiner Entwicklung dienen und ihn nicht nach von ihr gedachten Paradigmen manipulieren sollte. Diese Buch will wecken, anstoßen und zeigen, dass viele Wege zum Menschen führen.

Inhalt

Kritische Bestandsaufnahme eines Jahrhunderts
Das Jahrhundert der Medizin
Medizin in der Sackgasse?
Experiment statt Beobachtung
• Der Paradigmen-Trick
• Fortschritt oder Stagnation?
• Die Medizin macht auch krank
• Kostenexplosion im Gesundheitswesen
Panoramawechsel der Krankheiten
Degeneration statt Infektion?
• Zunehmende Chronifizierung der Krankheiten
• Die Unheilbarkeit der Krankheiten?
Die Revolution der Chirurgie
Prothetische Chirurgie
• Transplantationschirurgie
• Maximale Chirurgie
Medizin und Technik
Technik in der Diagnostik
• Technik in der Therapie
Nil nocere?
Compliance
Die Krise des Gesundheitswesens
Egoismus
Wirtschaftszwänge
• Wissenschaftsdogmatismus

Die Medizin im Gespräch mit sich selbst
Dialogische Betrachtungen
Sprachlose versus sprechende Medizin
• Kollektive versus individuelle Norm
• Manipulation versus Entwicklung
• Evidence versus cognitive based medicine

Forderungen an die Zukunft
Der selbstständige Geist wird abgeschafft
• Die eigenständige Seele wird abgeschafft
• Der Mensch – das Tier?
• Zweierlei Utopie
Die Medizin braucht ein neues Menschenbild
Die Ganzheit Mensch: Leib, Seele und Geist
• Physisch-stoffliche Organisation des Menschenlebens
• Lebensorganisation
• Seelisch-leibliche Organisation
• Ich-Organisation
• Die vier Elemente und Krankheitstypen
Spiritualisierung der naturwissenschaftlichen Medizin
• Mensch und Natur
Erweiterung der Erkenntnismethode
Die analytisch-beweisende Erkenntnismethode
• Die anschauend-vergleichende Erkenntnismethode
• Die physiognomisch-beschreibende Erkenntnismethode
Methodenpluralismus in Diagnostik und Therapie
Diagnostischer Pluralismus
• Therapeutischer Pluralismus
• Selbstheilungspotentiale im Organismus
• Das Ganze ist mehr als die einzelnen Teile
• Die gemeinsame Evolution von Mensch und Tier
• Die Misteltherapie als Beispiel
Präventive Medizin
Prophylaxe
• Zauberwort Bewegung
• »Das Ich ist der Akteur«
• Prävention
Medizin als Freiheitswissenschaft (Intuitive Medizin)

Ausblick
»Der Mensch stehe im Mittelpunkt der Medizin«

Über den Autor:

Prof. Dr. med. Volker Fintelmann,

geboren 1935, Internist und Gastroenterologe, leitender Arzt des DRK-Krankenhauses Hamburg von 1971 bis 1996, von 1986 an auch als Ärztlicher Direktor und Geschäftsführer; seit 1997 freiberuflich tätig, Gründer und Vorstand der Carl Gustav Carus Akademie für Ganzheitsmedizin in Hamburg; privatärztliche Praxis; Vorträge und Beirat in verschiedenen wissenschaftlichen Gremien. Mitglied der Kommission E (phytotherapeutische Therapierichtungen) beim Bundesgesundheitsamt in Berlin von 1978–1989, ab 1983 deren Vorsitzender. Wissenschaftliche Arbeiten in der Hepatologie, praktische und methodische Ausarbeitung einer modernen Phytotherapie und einer anthroposophisch ergänzten Medizin. Zahlreiche Publikationen, Vorträge und Seminare zu diesen Wissenschaftsgebieten. 1996 Verleihung des Professor h.c. durch den Senat der Freien und Hansestadt Hamburg.

220 Seiten, gebunden
ISBN 3-932386-28-0

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