Adventskalender

Waldorf-Pädagogik: Die Bedeutung des Adventskalenders

Die Adventszeit ist eine Zeit der Einkehr, in der auch das Kind symbolisch den Weg nach innen geht, um die eigene Mitte im Adventslicht zu beleuchten. Die Spirale, die ebenfalls in die imaginäre, eigene Mitte führt, ist daher ein ganz besonderes Symbol in der Waldorf-Pädagogik, welches sich auch im Adventsgärtlein widerspiegelt.
Auch der Adventskalender symbolisiert mit seinen 24 Türchen die einzelnen Schritte, die zur eigenen Mitte führen. Mit jedem geöffneten Türchen gelangt mehr Licht ins Innere des Kalenders, aber auch ins tiefste Innere der Seele, die langsam erwacht. So ist auch der Adventskalender, ähnlich wie die Spirale, ein Weg der Individualisierung und der Suche nach dem Licht der Welt.

Waldorf: Symbolik der Adventskalender

Da die Spirale ein wichtiges Symbol der Waldorf-Pädagogik ist, ist sie auch oft auf anthroposophischen Kalendern für die Adventszeit zu finden, wobei der Weg nach innen auch wieder nach außen in die Gemeinschaft führt, was gerade beim Adventsgärtlein deutlich wird.
Auch dem immergrünen Tannengrün wird eine symbolische Bedeutung zugemessen, weshalb auch dies nicht nur beim Adventsgärtlein eine Rolle spielt, sondern auch auf vielen Waldorf-Adventskalendern zu finden ist.
Die Kerze, die sich dadurch verzehrt, dass sie Licht spendet und das Dunkel erhellt, spricht ebenfalls für sich und ist ein bedeutsames Bild nicht nur im Waldorf-Kindergarten oder in der Waldorf-Schule. Die Kerze ist daher ein wichtiges Element anthroposophischer Adventskalender.
Der Apfel, ohne den es keine Vertreibung aus dem Paradies und somit keinen Individualisierungsprozess geben würde, ist ebenfalls oft auf Adventskalendern für Groß und Klein zu finden. Für kleinere Kinder spielen außerdem oft auch die Tiere des Waldes eine wichtige Rolle im Advent.

 

Selbstgebastelte Adventskalender im Waldorf-Kindergarten und der Waldorf-Schule

Ein gekaufter Adventskalender hat typischerweise 24 Türchen. Der selbstgebastelte Adventskalender des Waldorf-Kindergartens hat oftmals mehr als 24 Türchen: die anthroposophische Betrachtung bezieht auch die zwölf heiligen Nächte mit ein. So gehen die Waldorf-Adventskalender oftmals bis zum 6. Januar.

Im Waldorf-Kindergarten ist das Adventsgärtlein jedes Jahr ein großes Ereignis, dessen Elemente sich auch in einem selbstgebastelten Kalender wiederfinden können. Dabei werden im Waldorf-Kindergarten gerne Naturmaterialen verwendet, aus denen ein solcher Adventskalender besteht. Oft wird mit Jute gearbeitet und nicht immer ist etwas zum Naschen in den Adventssäckchen enthalten. Es darf auch einmal eine Idee zu einem Spiel sein, welches am jeweiligen Tag gespielt wird. Ein Weihnachtslied oder ein schöner Spruch können sich ebenfalls in einem Säckchen verbergen. An kreativen Ideen mangelt es weder im Waldorf-Kindergarten noch in der Waldorf-Schule, denn Kreativität gehört zu den wesentlichen Werten, die im Lichte des Advents und auf der Suche nach sich selbst besonders gut zum Vorschein kommen.

 

So schnell basteln Sie einen einfachen Adventskalender

Bei einem Waldspaziergang können 4 etwa gleich große Äste mit nach Hause genommen werden. Kleine Jutesäckchen sind ruckzuck mit der Nähmaschine genäht und können jeweils mit einer Kordel zum Zubinden versehen werden. Diese werden mit der Kordel an den Ästen befestigt, so dass an jedem Ast 6 Säckchen hängen. Als Inhalt können die Titel von Wunsch-Vorlesegeschichten auf einer kleinen Karte stehen, auch Äpfel oder Nüsse dürfen in die Säckchen hinein.
Wer mag, kann sein Kind 24 kleine Wünsche aufschreiben lassen, die jeweils auf die 24 Säckchen verteilt werden. Jeden Tag wird nun einer dieser nicht materiellen Wünsche erfüllt. Manches Kind wünscht sich vielleicht einmal eine gemeinsame Nachtwanderung unter dem Sternenhimmel, selbstgebackene Kekse, einen Kinder-Koch-Tag oder ein anderes Erlebnis mit der Familie. Manchmal sind eben die einfachen Dinge die schönsten!