Trennung und Abschied

Der Mensch auf dem Wege

Gibt es noch einen ähnlich stechenden, unabweisbaren Aufruf an das Ich wie den Verlust, die ungewollte Trennung, den erzwungenen Abschied beruflicher oder sozialer Sicherheit? In wohl keiner anderen biographischen Situation wehren wir uns so heftig und ahnen doch zugleich, wie sehr wir in unserem innersten Wesen gemeint sind.

Autor
Mathias Wais

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Info 3

EAN
9783957790118


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Warum gerade ich?

Gibt es noch einen ähnlich stechenden, unabweisbaren Aufruf an das Ich wie den Verlust, die ungewollte Trennung, den erzwungenen Abschied beruflicher oder sozialer Sicherheit? In wohl keiner anderen biographischen Situation wehren wir uns so heftig und ahnen doch zugleich, wie sehr wir in unserem innersten Wesen gemeint sind.
Man will nicht gemeint sein. Der Aufruf soll nicht mir gelten. Es soll alles ein Irrtum sein. Der Verlust soll wenigstens nicht so plötzlich und nicht so endgültig vor uns stehen. Und man weiß lange nicht, wie man der Situation überhaupt gerecht werden soll – und warum überhaupt. Warum geschieht es gerade mir? Der von Verlust Betroffene erlebt sich wie gelähmt, wie erstarrt zwischen Niedersinken und Sich-Aufrichten. Das eine ist so unbarmherzig nah und das andere ist noch so fern. Und doch spüre ich, dass es eben darum geht. Sobald ich nur wenigstens umrisshaft erkennen und anerkennen kann, dass es um mich geht – dass das, was mir zufällt, mir zufällt. Aber inwiefern kann dieser Verlust meiner sein oder auch nur werden? Und wie gewinne ich Anschluss daran, mich aufzurichten, wo ich doch unvermittelt von Panikgefühlen umgetrieben und von der Macht der Verzweiflung zu Boden gedrückt bin? Ist angesichts von Verlust, Trennung und Abschied in unserem Leben mehr möglich als Aushalten? Der Autor entwickelt Perspektiven, die uns die Sinnebene solcher schmerzlich empfundener biographischer Ereignisse zugänglich machen können.
Dies nicht einfach im Sinne eines Trostes; vielmehr kann dem Leser eine Haltung zugänglich werden, die es erlaubt, Verlust und Trennung als eine der notwendigen Bedingungen menschlicher Entwicklung aufzufassen. Anhand einer durch das ganze Buch immer wieder aufgegriffenen Reflexion über die Plastik »Die Knieende« von Wilhelm Lehmbruck zeigt der Autor, wie gerade die Angst vor Trennung und der Schmerz über eine Verlusttatsache uns zu unserem inneren Selbst führen können, welches eben nicht in der Sicherheit des Habens und schon gar nicht im Festhalten zu sich findet. Der innerste Wesenskern des Menschen kann seiner selbst gerade in den Phasen des Abschieds und des Verzichts gewahr werden und damit eine ganz andere Art von Sicherheit, Ruhe und Zuversicht gewinnen, als es das bloße Verharren erlaubt. Aus der Anerkennung der Verlust- und Trennungstatsachen mit all ihren zwischenmenschlichen und innerseelischen, oft dramatischen Umbrüchen entsteht dem Menschen eine Ehrlichkeit vor sich selbst, die eine konstruktive, in die Zukunft führende Handhabung der Krise ermöglicht. Hierfür macht der Autor aus seiner Beratungspraxis konkrete Vorschläge.
Ein ergänzender Beitrag der Ehetherapeuten Ulrike und Hans-Joachim Schellenberg zeigt anhand individueller Beispiele, wie von fachlicher Seite Partnerschaftskrisen begleitet werden, die zur Trennung führen können.

 

Inhalt

Die Knieende
Eine innere Dynamik des Bleibens
Das Wesen des Menschen ist Aufbruch
Zweierlei Glück
Die Schwelle zwischen Haben und Aufbruch
Über das Hören in der Ohnmacht
Trennungsangst und Trennungslust
Die Trennung beginnt vor dem Abschied
Trennungshygiene
Nach der Trennung – die Chance der erneuten Begegnung
Intimität und Abgrenzung in der Beziehung
Der Mensch auf dem Wege
Verlust der Arbeit – Verlust der Würde
Unabschließbarer Abschied – Die Heimatlosen

Ulrike und Hans Joachim Schellenberg:
Einleitung
»Wenn du dich doch nur ändern würdest!«
»Du wirst deiner Mutter (Vater) immer ähnlicher«
»Ich wünsche mir wieder mehr Harmonie«

3. Auflage März 2014, 140 Seiten, Broschur
ISBN 3-95779-011-8
Mathias Wais, geboren 1948, studierte Psychologie, Judaistik und Tibetologie in München, Tübingen und Haifa und schloss als Diplompsychologe ab. Eine psycho-analytische Ausbildung und Forschungen folgten. Er leitet seit 1985 das Dortmunder Zentrum »Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und Erwachsene« und ist Autor zahlreicher Sachbücher. Ausgedehnte Vortrags- und Seminartätigkeit.
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