Waldorf

Die Grundlage für die Waldorfpädagogik bildet das auf der Anthroposophie beruhende Menschenbild, welches von Rudolf Steiner zu Beginn des 20. Jahrhunderts entwickelt wurde. 1918 wurde die Waldorfpädagogik zum ersten Mal in Form einer Schule für Arbeiterkinder der Waldorf-Astoria-Zigarettenfabrik praktisch umgesetzt. Gemeinsam gründeten Rudolf Steiner und der Zigarettenfabrikant Emil Molt in Stuttgart die erste Waldorfschule. Ziel dieser neuen Pädagogik war es, allen Kindern, unabhängig von ihrem sozialen, kulturellen oder gesellschaftlichen Hintergrund, Bildung zu ermöglichen. 

Glomer hat eine vielfältige Auswahl an Büchern zu den Grundlagen der Waldorfpädagogik für Eltern und Interessierte, sowie Fachliteratur für Pädagog:innen im Waldorfkindergarten und in der Waldorfschule.

Waldorfpädagogik in der Waldorfschule

Neben der Umsetzung des regulären Schulplanes gibt es in der Waldorfschule einige pädagogische Besonderheiten. So durchlaufen alle Schüler:innen, ohne die Möglichkeit des Sitzenbleibens, von der 1. Klasse an 12 Schuljahre  gemeinsam. Der Waldorf-Lehrplan beinhaltet vielseitigen künstlerischen Unterricht, wie Handwerk, Handarbeit, Eurythmie, Musik und Schauspiel. Die Hauptfächer werden im sogenannten Epochenunterricht unterrichtet. 

Durch den Fächerreigen an der Waldorfschule werden im Unterricht kreative, praktische, soziale und künstlerische Fähigkeiten der Kinder gefördert. Während an regulären Schulen oftmals der Schwerpunkt auf Leistung gelegt wird, steht das kognitive Lernen bei der Pädagogik Rudolf Steiners in einer bewussten Balance mit schöpferisch-kreativen Tätigkeiten. 

Waldorfschulen nehmen den Menschen mit all seinen unterschiedlichen Eigenschaften ernst: Lernen an der Waldorfschule bedeutet, dass sich die Kinder als Handelnde, Wahrnehmende und eigenständig Denkende kennen lernen. Die Lernwege nehmen wir genauso wichtig wie die Ergebnisse. Damit möchten wir erreichen, dass die Kinder und Jugendlichen nicht nur Wissen reproduzieren können, sondern es auch in Beziehung zu anderen Dingen, also zum Beispiel zur Gesellschaft oder ihren Erfahrungen, setzen und sich ein eigenes Urteil bilden können. In den unteren Klassen sprechen wir besonders die Phantasie und die Geschicklichkeit der Kinder an und legen damit die Grundlage für ein lebenslanges Lernen, das sich an die unterschiedlichsten Situationen anpassen kann. (Henning Kullak-Ublick)

Für Waldorflehrer:innen bietet Glomer.com ein interessantes Angebot an Büchern zur Allgemeinen Menschenkunde Rudolf Steiners sowie Bücher für differenzierte Fachgebiete.

Waldorfpädagogik im Waldorfkindergarten

Für den pädagogischen Bereich im Kindergarten wurden durch Rudolf Steiner selbst  nur wenige Grundlagen übermittelt. Aus einzelnen Aussagen in Steiners Vortragswerk können elementare pädagogische Grundlagen für die Waldorfpädagogik im Kindergarten entwickelt werden. Zentrale Bedeutung in der Pädagogik im Waldorfkindergarten haben Rhythmus und das freie Spiel. Im Spiel kann das Kind fantasiereich schöpferisch tätig werden und im sinnlichen Tun sein Wesen mit der Welt verbinden.

In altersgemischten Gruppen leben die Kinder gemeinsam mit den Erzieher:innen in ästhetisch schön eingerichteten Räumen einen rhythmisierten Gruppenalltag.

Es gibt ein gemeinsam zubereitetes Frühstück, geführte Angebote wie Wasserfarben Malen, Eurythmie und Reigen und viel Raum und Zeit für das freie Spiel drinnen und draußen. Das freie Spiel ist die eigentliche Arbeit des Kindes, durch die es sich mit der Welt und dem Leben bekannt machen kann.

Die Kinder lernen und leben in dieser Zeit ganz durch Vorbild und Nachahmung. So ist es Aufgabe der Erzieher:innen den Kindern im achtsamen Tätigsein eine vielfältige Palette an Handlungsmöglichkeiten aufzuzeigen. 

Jeder Tag, jede Woche, jede Jahreszeit wird von bestimmten Elementen, wie Liedern, Sprüchen und Angeboten rhytmitisiert.

Gehen, Sprechen und Denken sind die Entwicklungsmomente, die es in der waldorfpädagogischen Erziehung zu begleiten und zu fördern gilt.

Bei Glomer.com finden Pädagog:innen eine große Auswahl an Bücher für die Praxis, wie z.B. Fingerspiele, Sprüche und Lautspiele sowie Bücher mit Anleitungen für Handarbeit und Handwerk. Ebenso bietet Glomer.com Bücher zur Entwicklung des Kindes und zu damit verbundenen anthroposophischen Themen.

Waldorfpädagogik in der Familie

Die Waldorfpädagogik lebt auch von der Einbeziehung des Umfeldes der Schüler:innen und Kindergartenkinder. Die Schule und der Kindergarten sind Lebensorte auch für Eltern und Pädagog:innen Erziehungspartner:innen.

Auf der Suche nach einer Orientierung im Pädagogik-Dschungel stoßen Eltern oft ganz unverhofft auf Waldorf. In dieser Form der Erziehungskunst, wie Steiner sie nannte, finden sie dann Elemente, die oft ganz anders anmuten als die reguläre Pädagogik, die oftmals auf Funktion und Leistung reduziert. Eltern erleben, dass in der Waldorfpädagogik Möglichkeiten liegen, ihre Kinder auf ein Leben in dieser sehr besonderen Zeit angemessen vorzubereiten.

Für ein fundierteres Wissen bietet Glomer.com neben Büchern für den Alltag mit Kindern, Bücher zur Einführung in die Anthroposophie Steiners und die darauf aufbauende Form der Erziehungskunst und deren Geschichte.