Weltenwandler (Band 1, Buch 1)

Band 1: Das Goetheanum

Die erste Auflage ist schon vergriffen und eine zweite in Arbeit. Voraussichtlich im April 2019 erhältlich.

Autor
Michael Birnthaler (Hg.)

Hersteller
Verlag Edition EOS

EAN
9783945132043


19,80

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Weltenwandler – eine mitreißende Erzählung, die ans Herz geht, aber auch Mut macht. Denn sie schenkt das Vertrauen, dass jeder von uns seinen eigenen „höheren Menschen“ – seinen „inneren Weltenwandler“  – in sich finden kann. 

Obwohl es Hunderte von Büchern über Rudolf Steiner gibt, fehlte bis heute noch ein Buch, das Rudolf Steiner in seiner menschlichen Größe darstellen kann. Das also kein altbekanntes, bewährtes Fachbuch, sondern eine Erzählung oder gar ein Roman oder Krimi ist.

Nach vielen Jahren der „Bedenkzeit“ wagte nun Dr. Michael Birnthaler diesen Versuch. Der erste Band „Rudolf Steiner und das Goetheanum“ ist im Juli 2018 erschienen – und ist bereits vergriffen.

Weltenwandler – das sind Menschen, die das Schicksal haben, ihr ganzes Leben dafür einzusetzen, um die Welt zum Besseren zu wandeln. Einer davon war Rudolf Steiner.

Er hatte geahnt, dass die Welt auf eine verheerende Katastrophe zusteuerte – die sich dann im Ersten Weltkrieg Bahn brach. Um dem aber etwas entgegenzusetzen, hatte er eine neue Weltanschauung begründet: die Anthroposophie. Doch er wusste, dass es noch mehr bräuchte. Ab 1911 setzt er seine Kraft restlos dafür ein, ein Zentrum für diese neue Bewegung zu schaffen, das er bis August 1914 aufgebaut haben wollte. Dabei schwebt ihm sogar ein vollkommen neuer Baustil vor: ein Doppelkuppelbau, das erste architektonische Wunderwerk dieser Art in der Welt.

Damit werden aber auch die Gegenspieler auf den Plan gerufen. Sie schaffen es, zu verhindern, dass der Bau bis August 1914 errichtet wird. Stattdessen bricht am 1.8.1914 dann tatsächlich der Erste Weltkrieg aus. Der fürchterlichste Schlag der Gegenkräfte steht jedoch noch bevor. In der Silvesternacht 1922/23 wird das viel bewunderte „Goetheanum“ das Opfer einer Brandstiftung. Es ist aber noch nicht die letzte Prüfung für Rudolf Steiner. Edith Maryon, seine engste Mitarbeiterin am Doppelkuppelbau, kann die Brandkatastrophe nicht verkraften und stirbt nach schmerzhaftem Siechtum am 2.5.1924.

Eine Erzählung über die himmlischsten und gleichzeitig dunkelsten Seiten unserer Seele; über die höchsten Ideale des Menschseins, aber auch die schwersten Prüfungen, die einem Menschen auferlegt werden können. Ein Buch, das jedem „Gebeutelten“ wieder Mut machen kann und jedem „Suchenden“ zeigen kann, wie er in sich selbst den „inneren Weltenwandler“ zum Leben bringen kann.

Mit dieser romanartigen Biografie wird der Versuch unternommen, Rudolf Steiner in seiner Menschlichkeit und als „Weltenwandler“ lebendig werden zu lassen. 

Im ersten Band begleiten wir ihn in die dramatische Zeit vom Morgengrauen des Ersten Weltkrieges. Als es schon nach Pulverdampf roch und Rudolf Steiner fieberhaft versuchte, der hereinbrechenden Katastrophe etwas entgegenzusetzen: einen gewaltigen Bau, den ersten Doppelkuppelbau der Welt – das Goetheanum. Doch kaum war der Wunderbau eröffnet, fiel er in der Silvesternacht 1922 einem mysteriösen Brandanschlag zum Opfer. 

Durchgehend farbig bebildert, viele seltene und neue Fotografien.


Rezension von Weltenwandler

Michael Birnthaler hat eine neuartige Form der Biografie, eine Art erzählter Dokumentation entwickelt, um Rudolf Steiners Leben und Werk in einer bisher noch nie dagewesenen Form lebendig werden zu lassen. Der erste Band der mit dem Titel ›Weltenwandler‹ benannten Serie widmet sich dem Bau des Ersten Goetheanum, wobei vor allem dessen Brand im Zentrum der Darstellung steht. Das Anliegen Birnthalers ist es, Rudolf Steiners Leben geradezu filmartig und möglichst real vor dem inneren Auge der Leser auferstehen zu lassen, so als ob man selbst dabei gewesen wäre. Diesen Eindruck der unmittelbaren, persönlichen Betroffenheit vermittelt der Autor einem auch selbst, insbesondere durch seine ungewöhnlich ausführlichen Schilderungen des Brandes.

Entgegen allen wissenschaftlich orientierten Bemühungen, Rudolf Steiners Leben und Werk aus größerer Distanz zu verarbeiten, versucht Birnthaler das Gegenteil und nähert sich dem verehrten Lehrer in subjektiver Weise, um in das Geschehen so einzutauchen, als wäre es gerade gestern erst gewesen. [...]

Birnthalers Schilderungen [...] werfen bisher nicht gestellte historisch-karmische Fragen auf: Zum einen wird aus allem deutlich, dass Rudolf Steiner bereits vor der Errichtung des in Holz ausgeführten Goetheanumbaus klar war, dass dieser durch einen Brand vernichtet werden würde. Warum aber hat er ihn dennoch errichtet? Wollte er sein eigenes Karma herausfordern? Oder wollte er das Karma der Anthroposophischen Gesellschaft, deren Vorsitz er 1913 ja dezidiert nicht übernommen hatte, auf die Probe stellen?

An dieser Stelle wird aus Birnthalers Darstellung deutlich, dass Rudolf Steiner hier der Freiheit den allergrößten Raum gelassen hat. Das heißt, der ganz in Holz wie eine riesige Skulptur ausgeführte und daher einer Vernichtung durch einen Brand geradezu provozierend ausgesetzte Bau hätte bei entsprechend anderem Verhalten der anthroposophischen Freunde Steiners durchaus Bestand haben können. Die- se »Probe« aber, die man mit Birnthaler durch- aus als »Feuerprobe« bezeichnen kann, verlief negativ – zum einen, weil das für den Bau gedachte künstlerische Element offensichtlich nicht so stark war, dass es ihn hätte erfüllen können. Vielmehr war – zum anderen – die Eröffnungsveranstaltung im Herbst 1920 ein eher wissenschaftlich orientierter Kongress, über dessen Verlauf Rudolf Steiner, der in die Vorbereitung überdies nicht einbezogen worden war, alles andere als glücklich war. Warum es da- her nie zu einer wirklichen Einweihung – etwa durch die vier Mysteriendramen, zu deren Aufführung der Bau gedacht war – kam, wird auch durch Birnthalers Erzählungen nicht deutlich. Erwartete Steiner hier vielleicht eine Initiative der durch den Bau und die Folgen des Ersten Weltkrieges ohnehin überforderten Mitgliederschaft? Zumal ja gleichzeitig mit der Fertigstellung des Baus nicht nur deren wirtschaftliche Mittel aufgebraucht waren, sondern zugleich durch die sowohl in Deutschland wie in der Schweiz auf den verschiedensten Ebenen laufenden Dreigliederungsaktivitäten bis hin zur Gründung der ersten Waldorfschule in Stuttgart zahlreiche Kräfte gebunden waren. Musste die- se Probe also nicht negativ verlaufen? War das erste Goetheanum ein vollendeter Bau für eine nicht vollendete Menschheit?

Alles in allem ergibt sich aus Birnthalers Schilderungen der Eindruck, dass die Menschen damals einfach noch nicht reif genug waren, um diesen Bau, in dem praktisch die gesamte Anthroposophie wie mit einem Mal in künstlerischer Form vor die Augen der Menschheit ge- treten war, auf Dauer zu erhalten. Die genauen Umstände der Brandstiftung bleiben dabei trotz Birnthalers akribischer Recherche ungeklärt, auch wenn man zahlreiche neue Details

erfährt. Musste also, so könnte man fragen, dieses aus reiner Liebe entstandene Opfer eines für die noch nicht reife Menschheit errichteten Mysterienbaus als Gegengewicht zu dem aus dem Hass der Völker hervorgegangenen Krieg gebracht werden? Diese Frage stellt sich jeden- falls mit ziemlicher Konsequenz, wenn man Birnthalers Darstellungen folgen will.

Umso erstaunter aber sieht man, in welch konsequenter Weise sich Steiner unmittelbar nach dem Brand an den Wiederaufbau machte, als ob er nur darauf gewartet hätte: »Am Widerstand gewinne!«1 Wobei überraschenderweise der kantonale Regierungsrat entgegen dem lokalen Widerstand kirchlicher und anderer Gegner das neue Bauvorhaben in zuvorkommender Weise unterstützte, indem er ganz bewusst darauf zielte, das Zentrum der Anthroposophischen Gesellschaft in Dornach zu halten.

Die Konsequenz Rudolf Steiners bestand nun aber nicht nur darin, dass – in einer grandiosen Metamorphose des aus Holz erbauten ersten Goetheanums – mit dem zweiten Goetheanum nicht nur der erste in Sichtbeton ausgeführte Großbau der Geschichte errichtet wurde, der Architekten und Kunsthistoriker bis heute sprachlos staunen lässt, sondern dieser zweite Bau wurde von Steiner, auch wenn er dies bis zu seinem Tod unermüdlich anstrebte, nicht vollendet. Die Außengestalt hatte er zwar fertig entworfen, die Innengestaltung jedoch nicht. Das heißt aber, dass es nach Steiners Tod nicht wieder einen Bau gab, der vollendet war, sondern einen, dessen endgültige Ausgestaltung den Hinterbliebenen überlassen blieb – auf dass sie sich dieses Mal zusammen mit dem weiteren Ausbau weiter entwickeln könnten.

Wohin diese von Steiner der Anthroposophischen Gesellschaft hinterlassene Aufgabenstellung geführt hat, ist bekannt und lässt nach der Lektüre die Frage entstehen: Wenn der Goetheanumbau den Anthroposophen quasi ein immerwährendes Weiterbauen und künstlerisches Gestalten zur Aufgabe gemacht hat, wo stehen wir dann heute? Und wie sieht es insbesondere mit der künstlerischen, beim ersten Goetheanum nicht genügend entwickelten Erfüllung des Baus aus, der eben kein Kongresszentrum, sondern eine Aufführungsstätte für eine neue Mysterienbühnenkunst hätte sein sollen? Ein sich ständig weiterentwickelnder Bau mit einer sich ebenfalls ständig weiterentwickelnden Gesellschaft und künstlerischen Darstellern, die nicht aus einem am Materiellen klebenden Bewusstsein, sondern aus dem Bewusstsein karmischer Vergangenheiten und sich daraus ergebender zukünftigen Aufgaben heraus handeln – das erscheint am Ende dieser Biografie als zu erreichendes Ziel und der Bau des zweiten Goetheanums wie ein Mahnmal.

Nicht zuletzt deshalb wünscht man diesem Werk eine möglichst große Leserschaft. Diesem ersten Band der ›Weltenwandler‹-Serie wird 2019 ein zweiter Band zum Thema ›Rudolf Steiner und die Waldorfschule‹ folgen, bei dem hoffentlich sowohl auf die farbliche Gestaltung wie auf die inhaltliche Richtigkeit mehr Sorgfalt verwendet werden wird.

Andreas Neider

Verlag Edition EOS, 2019

Auflage: 2

Einbandart: Broschiert

Seiten: ca. 220 Seiten

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