Willenserziehung

60 pädagogische Angaben Rudolf Steiners

Aus dem Inhalt: Teil 1 Grundlegendes und Revolutionäres, Teil 2 60 Angaben Rudolf Steiners zur Willenserziehung. Mit Rezension!

Autor
Valentin Wember (Hg.)

Hersteller
Stratosverlag

EAN
9783943731071


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Aus dem Inhalt:

Teil 1   Grundlegendes und Revolutionäres

1.     Der Wille des Lehrers – der zentrale Schlüssel

2.     Das Wesen des Willens – Quelle der Inspiration

3.     Wille und Sympathie oder: „Schokoladenkuchen!“

4.     Der Kopf erzieht den Willen oder: Wille – kein Wert an sich.

5.     Bewegung erzieht den Kopf

6.     Wille und Resonanz mit dem Leben

7.     Die Plazenta des Willens

8.     Wille und Disziplin?

Teil 2   60 Angaben Rudolf Steiners zur Willenserziehung

A.    Willensentwicklung des Lehrers

B.    Das Wesen des Willens.

C.    Willenserziehung durch Sympathie

D.   Willensentwicklung durch wiederholendes Tun

E.    Willensentwicklung durch wirksame Erkenntnis

F.    Willensentwicklung durch Kunst und Handwerk

G.   Willensentwicklung durch Turnen und Eurythmie

H.   Zur Biographie des Willens

I.     Die Harmonisierung des oberen und des unteren Menschen

J.     Willensentwicklung durch Ansprechen des höheren Menschen im Kind (Anmerkungen zum 4. Vortrag der „Allgemeinen Menschenkunde“)

K.    Die Stärkung der Lebenssicherheit und des Ich-Gefühls

L.    Wille und organische Schäden

Teil 3   Ergänzungen

1.     Wie Menschenkunde praktisch wirksam wird

2.     Der Wille des Lehrers zu einer angemessenen Unterrichtssituation. 20 selbstkritische Fragen und ungefragte Ratschläge


Rezension

Die Konzeption seiner Menschenkunde nach den drei Seelenkräften tritt insbesondere in den Vorträgen zur Pädagogik bei Rudolf Steiner in der letzten Schaffensphase seines Lebens in einer Form auf, die in sich die Anlagen zu einer noch freieren geistig-begrifflichen Beweglichkeit birgt, als es sich in einer Schrift wie zum Beispiel der Theosophie andeutet. Freilich sind der eigenen denkerischen Bewegung keine festen Grenzen gesetzt, und auch dem stark systematisierenden Menschenbild der Theosophie lässt sich alles abgewinnen, was zu lebendiger Einsicht in das Wesen des Menschen führen kann. Aber der fortwährende Perspektivwechsel, der zur Gewinnung eines differenzierten Verstehens des Menschen vorgenommen wird, erreicht in Steiners Geistesforschung zur Pädagogik, bei aller Vorläufigkeit und Andeutung, eine große Genauigkeit, bei gleichzeitiger Berücksichtigung des letztlich gedanklich nur unvollkommen fixierbaren Charakters dessen, wovon die Rede ist.

Daraus ergibt sich die Anforderung eines ebenso lebendigen Umgangs mit dem, worauf Steiner aufmerksam macht – eine Aufgabe, zu der jeder Waldorflehrer sein Verhältnis finden muss. Einer fruchtbaren und begründeten Ausbildung dieses Verhältnisses gibt Valentin Wember nun mit seinem Buch zur Willenserziehung ein vorzügliches Hilfsmittel an die Hand.

Wember greift eine Anregung Stockmeyers auf, der seine Zusammenstellungen von Steiner-Zitaten zu einem Lehrplan nur als Vorarbeiten zu einer noch zu leistenden Sammlung der methodischen Angaben verstand. Wember gliedert diese nach einer Methodik zur Willenserziehung, einer zur Gefühls- und einer zur Erziehung des Denkens. Mit dem Band zur Willenserziehung legt er den ersten Teil dieser Methodensammlung vor.

In seiner Einleitung skizziert Wember die pädagogische Plausibilität einer Willenserziehung. Deren Wurzel, und darin erweist sich der Autor als einig mit Jörgen Smit, sieht er in der Selbsterziehung des Lehrers. Eine die Wirklichkeit des Willens im positiven Sinne weckende Wirkung sieht er da, wo jene Aktivität, die vom Kinde erwartet wird, sich im Lehrer selbst ereignet. Werdendes fördert Werdendes. Zum anderen wird die Relevanz lebendiger und vertiefter Begriffsbildung betont, um dem Willen eine Orientierung zu geben, die über ein bloßes gedankliches Postulieren von Wertvorstellungen hinausreicht. Hier greift der Wille ins Denken. Das sind zwei Momente aus Wembers kompakter und griffiger Einleitung in den Hauptteil des Buches, eine Sammlung von sechzig Textstellen aus Steiners pädagogischem Vortragswerk, die nach vom Autor formulierten Gesichtspunkten gegliedert und eingeleitet werden.

Ich halte diese Arbeit für einen echten Wurf. Beim Lesen der Textauswahl wurde mir schnell klar, dass es sich selbstverständlich um eine mögliche Auswahl handelt. Jeder (Lehrer) könnte nun selbst daran gehen und unter dem Methodenaspekt nach Wille, Denken und Gefühl die Vorträge Steiners durcharbeiten, um seine eigene Methodensammlung zu finden. Damit will ich sagen, dass die Lektüre sofort über die bloß reflektierende Betrachtung hinausführt. Man bekommt Ideen, wird auf Unterrichtssituationen aufmerksam, bemerkt Probleme in neuem Licht und fühlt sich angespornt, den Dialog mit sich selbst in einer klar orientierten Weise aufzugreifen und innere und äußere Praxis mit frischen Kräften zu gestalten.

Zu empfehlen ist dieses Buch jedem Lehrer, der im Sinne anthroposophischer Menschenkunde seinen Unterricht gestalten möchte. Zu empfehlen ist es darüber hinaus aber jedem, der in einer beliebigen Erziehungssituation nach Orientierung für verantwortliches pädagogisches Handeln sucht.

Quelle: Die Drei, Heft 12, 2014

Stratosverlag
Auflage: 3.
Seiten: 224
Bindeart: kartoniert

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