Kaspar Hauser

Kaspar Hauser PortraitKaspar Hauser (29. September 1812 - 17. Dezember 1833 in Ansbach), war ein mysteriöses Findelkind, das 1828 als 16-Jähriger plötzlich in Nürnberg auftauchte. Er hat besonderen Stellenwert in der Anthroposophie und wurde von Rudolf Steiner als das "Kind Europas" bezeichnet. In seiner Inkarnation hat sich ein bedeutender Wendepunkt der Menschheitsgeschichte vollzogen:

"In Kaspar Hauser (1812-1833) ereignet sich ein maßgeblicher Kristallisationspunkt neuerer Menschheitsgeschichte. Während einer Zeit enormer gesellschaftlicher und innermenschlicher Umbrüche erscheint zu Pfingsten 1828 in Nürnberg wie aus dem Nichts ein Wesen, das bis aufs Tiefste die Frage nach des Menschen wahrer Identität stellt. Das Wer bin ich wie auch die Mysterien von Geburt und Tod zeigen sich an ihm in eindringlicher Beispielhaftigkeit auf. Ja selbst die in Frage gestellte Identität des Menschen ist an ihm erschreckend deutlich abzulesen." - Eckart Böhmer - Kaspar Hauser und die Frage ward Fleisch

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  • Kaspar Hauser
    Kaspar Hauser
    Juliane Černohorsky-Lücke Warum Europa um mehr als einen badischen Kronprinzen betrogen wurde Sehen, Hören, Begreifen Kind Europas nannten die Menschen ihn, und dennoch war es ihnen nicht möglich, ihre tiefe Ahnung in Begriffe zu fassen. Was hat es mit Kaspar Hauser wirklich auf sich? Welch großer Lebensentwurf war womöglich mit diesem Kind verbunden, das 1828 in Nürnberg wie aus dem Nichts auftauchte? Was die Abstammung Kaspar Hausers betrifft, so zeigt die Autorin auf, dass die Sachlage für den, der es tatsächlich wissen will, nach 200 Jahren Kaspar-Hauser-Forschung eindeutig ist.
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  • Akten zur Verteidigung Caspar Hausers
    Akten zur Verteidigung Caspar Hausers
    Jakob Wassermann Zeugnisse eines Engagements Hintergründe eines Meisterwerks Im Leben Jakob Wassermanns (1873-1934) ist der 1908 erschienene Roman "Caspar Hauser oder Die Trägheit des Herzens" ein Schlüsselwerk.
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  • Mignon und Kaspar Hauser
    Peter Selg Vom Anderssein des Anderen «In seiner isolierten Gestalt, seiner geheimnisvollen Existenz, seiner Reinheit und Unschuld repräsentiert es [dieses reine und poetische Wesen] die Stufe des Alters, auf der es steht, so rein, es kann zu der reinsten Wehmut und zu einer wahr menschlichen Trauer bewegen, weil sich nichts als die Menschheit in ihm darstellt», schrieb Schiller am 2. Juli 1796 an Goethe über die Gestalt der Mignon.
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  • Meditative Studien zur Kaspar Hauser Forschung
    Ralph Melas Große Ein meditativer Studien- und Übungsweg für den geistsuchenden Menschen des 20. und 21. Jahrhunderts Diese Schrift ist in wesentlichen Anteilen meditativ erarbeitet. Sie möchte persönlich-überpersönlich einen Übungsweg exemplarisch zeichnen, der den modernen geistsuchenden Zeitgenossen in eine erfahrbare seelische und geistige Nähe zu der Wesenheit führen kann, die unter dem verhüllenden Pseudonym "Kaspar Hauser" seit nunmehr fast zwei Jahrhunderten Rätsel aufgibt.
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  • Kaspar Hauser und die Apokalypse des Johannes
    Eckart Böhmer Zwei Vorträge - Schriften aus dem Kaspar Hauser Forschungskreis, Band 4 1908 hält Rudolf Steiner seinen großen Vortrags-Zyklus über die Johannes-Apokalypse in Nürnberg, jener Stadt, in der Kaspar Hauser 1828 zu Pfingsten erschienen war. Und es geschieht im ersten, öffentlichen Vortrag, dass er Bezug nimmt zu dem Kind Europas und das einzige Mal von ihm vor Publikum spricht. 
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  • Kaspar Hauser
    Doppelkarte im Großformat 21 x 21 cm, mit Umschlag und Blankokarte in Klarsichtfolie, 1 Karte
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  • Kaspar, der Schatzhüter
    Eckart Böhmer Kaspar Hauser, Platon, Parzival. Vier Vorträge Ein «wahrhaft heiliges Wahrheitsgefühl» attestierte der Nürnberger Stadtgerichtsarzt Doktor Preu Kaspar Hauser, der am 26. Mai 1828 zu Pfingsten wie aus dem Nichts in die Welt trat. Georg Friedrich Daumer, Lehrer des Findlings, erkennt in seinem Schüler eine «rigoroseste Wahrheitsliebe» und Rudolf Steiner spricht 1908 in einem öffentlichen Vortrag von Kaspar Hausers «eingeborener Wahrhaftigkeit».
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  • Aber dass es den Winter nicht selber friert
    Eckart Böhmer Literarisches und Vorträge zu Kaspar Hauser In Kaspar Hauser (1812-1833) ereignet sich ein maßgeblicher Kristallisationspunkt neuerer Menschheitsgeschichte. Während einer Zeit enormer gesellschaftlicher und innermenschlicher Umbrüche erscheint zu Pfingsten 1828 in Nürnberg wie aus dem Nichts ein Wesen, das bis aufs Tiefste die Frage nach des Menschen wahrer Identität stellt. Das «wer bin ich?» wie auch die Mysterien von Geburt und Tod zeigen sich an ihm in eindringlicher Beispielhaftigkeit auf. Ja selbst die in Frage gestellte Identität des Menschen ist an ihm erschreckend deutlich abzulesen.
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  • Kaspar Hauser und die Frage ward Fleisch: Literarische Arbeiten zu dem Kind Europas
    Eckart Böhmer Während einer Zeit enormer gesellschaftlicher und innermenschlicher Umbrüche erscheint zu Pfingsten 1828 in Nürnberg wie aus dem Nichts ein Wesen, das bis aufs Tiefste die Frage nach des Menschen wahrer Identität stellt: Kaspar Hauser (1812-1833). Seit der Aussetzung dieses "Kindes von Europa" war das literarische Wort ein gern gegangener Weg, sich dem sprachlos machenden Ereignis zu nähern.
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  • Greg Tricker
    Brigitta Waldow-Schily und sein malerischer Weg mit Kaspar Hauser In diesem Buch werden das Leben und das Werk des Künstlers erstmals in deutscher Sprache vorgestellt. Im Mittelpunkt der Betrachtungen steht Trickers Bilderzyklus zu Kaspar Hauser, der bisher der einzige ist, der im deutschsprachigen Raum ausgestellt wurde, und der eine besondere Stellung innerhalb des Gesamtwerkes einnimmt.
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  • Ita Wegman und Kaspar Hauser
    Peter Selg Die Studie von Peter Selg für die Werkausgabe Karl Königs wird vom Verlag des Ita Wegman Instituts im Jahr der begonnenen Rehabilitierung Ita Wegmans in der Anthroposophischen Gesellschaft als Sonderdruck zur Verfügung gestellt. Sie geht Wegmans verborgenen Beziehungen zu Kaspar Hauser nach, die Karl König wie niemand anderes gesehen und untersucht hat.
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  • Schicksals-Weihe
    Peter Selg Die Konfirmation Kaspar Hausers «Die Konfirmation Kaspar Hausers, in seinem vermutlich 21. Lebensjahr, ist das wohl lichteste Ereignis seines kurzen Lebens», schrieb Eckart Böhmer, der Intendant der Kaspar- Hauser-Festspiele in Ansbach.
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  • Das Schicksal einer Seele
    Klara Hofer Die Geschichte vom Kaspar Hauser Einen stärksten Auftrieb erhielt die Kaspar-Hauser-Forschung im Jahre 1924. Damals nämlich erschien das bedeutsame, von uns wiederholt genannte Buch von Klara Hofer: „Das Schicksal einer Seele. Die Geschichte vom Kaspar Hauser“.
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  • Kaspar Hauser: Neue Forschung und Aspekte I
    Rudolf Biedermann Dokumente, Gegebenheiten, Kommentare: Von der Entzifferung des Dolches bis zur Gen-Analyse-Farce 1. Vom Fluch der unverjährten Tat: Des Grossherzogs Eingeständnis, Erstveröffentlichung einer Mitteilung einer v. Tucher-Enkelin; 2. Pressekonferenz am 23.11.1996 in Ansbach; 3. Korrespondenz mit Rechtsmedizinern: Liste der 33 offenen Fragen usw. usf.
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  • Eine Mutter und ihr Sohn
    Edmond Bapst Die Grossherzogin Stefanie und Kaspar Hauser Der französische Diplomat Edmond Bapst hat eine Reihe von Büchern zu historischen Fragen verfasst, zwei davon sind Kaspar Hauser gewidmet, in welchen er u.a. Dokumente und Erkenntnisse aus ihm zugänglichen französischen Archiven vorlegt.
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  • Mahlberg - Kaspar Hausers Traumschloss
    Max Isele Napoleons Enkel - ein Opfer der grossen Politik? Max Isele verlässt mit diesem Buch die üblichen Geleise der orthodoxen Hauser-Forschung und gelangt zu einigen umwälzend neuen Erkenntnissen. Das Buch schliesst damit bisherige Lücken in der Kaspar Hauser-Forschung und illustriert ganz im Sinne des Gründers des Kaspar Hauser- Verlags, Dr. Rudolf Biedermann, einige wesentliche politische Hintergründe.
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  • Johann Heinrich David von Hennenhofer
    Reiner Leuthold Der Verdunkler des Kaspar-Hauser-Schicksals. Eine badische Karriere. Biographische Studie „Und dieser Hennenhofer ist in der Tat aus den ersten drei Dezennien des vorigen Jahrhunderts, was die badische Geschichte betrifft, nicht fortzudenken – und damit auch nicht aus der Geschichte Kaspar Hausers.“
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  • Die Eroberung des "Kaspar-Hauser"-Throns von Baden
    Edmond Bapst / Rudolf Biedermann (Hg.) Gräfin Hochberg - Grossherzogin Stephanie - Kaspar Hauser Herkunft und Heirat der Gräfin von Hochberg. Die ersten Ränke der Gräfin von Hochberg. Machtkampf zwischen der Gräfin von Hochberg und der Markgräfin Amalie von Baden. Die Hochzeit der Kurprinzen von Baden mit Stephanie Beauharnais. Verhandlungen und Bemühungen zur Anerkennung der Grafen von Hochberg als badische Thronfolger. ...
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Kaspar Hauser als KindLeben und Geschichte des Kaspar Hauser

Kaspar Hauser (geboren am 29. September 1812; gestorben am 17. Dezember 1833 in Ansbach), war ein mysteriöses Findelkind, das 1828 als 16-Jähriger plötzlich in Nürnberg auftauchte. Er verbrachte viele Jahre seines Lebens in Gefangenschaft. Nach eigener Aussage verbrachte er seine Kindheit in einem dunklen Keller, wo er sich nur von Wasser und Brot ernährte. Die zweite Gefangenschaft trat unmittelbar nach seiner Ankunft in Nürnberg ein, wo er vom Magistrat aufgrund seiner rätselhaften Art in einen Gefängnisturm gesperrt wurde. Dort wurde er Opfer der Schaulust der damaligen Bevölkerung in der Biedermeierzeit, und später auch zweier Attentate, derer er letztlich erlag. Er wurde auch "das Kind Europas" genannt, was nach Steiners Angaben eine tiefere geistige Begründung hat (mehr dazu unten).

Er konnte außer ein paar weniger Sätze weder sprechen noch gehen, hatte aber eine faszinierende Ausstrahlung, die nach Aussage Rudolf Steiners selbst auf wilde Tiere beruhigend wirkte:

“Wir könnten manches studieren, wenn wir in diese Seele uns vertieften, die künstlich zurückgehalten worden war. Und gar nicht so unbegründet ist für denjenigen, der auf dem Boden der Geisteswissenschaft steht, die Volkstradition, die die gelehrten Leute von heute nicht glauben und die da berichtet, daß Kaspar Hauser, als er noch gar nichts wußte, noch gar keine Ahnung davon hatte, daß es Wesen außer ihm von verschiedener Gestalt gebe, daß er da eine merkwürdige Wirkung ausübte, wenn er mit ganz wütenden Tieren zusammengebracht wurde. Die wilden Tiere duckten sich und wurden ganz sanftmütig. Es strömte von ihm etwas aus, was bewirkte, daß solch ein Tier, das jeden anderen zornig anfiel, sanft wurde.“ [1] 

Im späteren Verlauf seines Lebens lernte er an verschiedenen Stellen sprechen, lesen und rechnen, was dann seine geistigen Fähigkeiten abschwächte. 

Nach seiner Ankunft in Nürnberg am 26. Mai 1828 wurde er vom Magistrat verhört und in einen Gefängnisturm gesperrt, wo er oft von schaulustigen Besuchern umgeben war. Dies führte bei ihm auf Dauer zu physischen Stressreaktionen wie Zittern, Fieber, aber auch zu epileptischen Anfällen. Als der Präsident des Obersten Gerichtshofs Anselm von Feuerbach einen solchen Anfall miterlebte, erteilte er ein Besuchsverbot.

Am 18. Juli 1828 zog Kaspar Hauser zum Nürnberger Gymnasialprofessor Georg Friedrich Daumer, der ihn das Lesen, Schreiben, Rechnen und Reiten lehrte. Dabei gingen langsam seine bisherigen nachtseherischen und telepathischen Fähigkeiten verloren. Während er in den folgenden Jahren mehrmals umzog, immer unter der Obhut verschiedener Vormunde, die sich seiner annahmen, wurden zwei Attentate auf ihn verübt, 1829 und 1833. An dem Stichverletzungen des letzten Attentats im Ansbacher Hofgarten starb er letztlich.

Herkunft Kaspar Hausers

Über die Herkunft Kaspar Hausers kursierten Gerüchte darüber, dass er der rechtmäßige Erbprinz von Baden sei, "den man gegen einen sterbenden Säugling getauscht und beiseite geschafft habe, um einer Nebenlinie des badischen Fürstenhauses die Thronfolge zu ermöglichen."[2] Dieses Gerücht, welches 1996 durch eine Genanalyse des Magazins “Spiegel” bestätigt schien, wurde später,  2002, durch eine erneute Untersuchung schließlich doch widerlegt. Allerdings herrscht noch immer keine absolute Klarheit über die Herkunft Kaspar Hausers. Die Schlussfolgerung von Bernd Brinkmann, dem Leiter der Studie von 2002 lautete: „Zum jetzigen Zeitpunkt wäre es unverantwortlich, einen Ausschluss [der Verwandtschaft zu Großherzogin Stéphanie von Baden]  zu formulieren, so dass immer noch die Möglichkeit besteht, dass Kaspar Hauser ein biologischer Verwandter des Hauses Baden ist.“ [3]

Rudolf Steiner zu Kaspar Hauser

Nach Aussage Rudolf Steiners  hatte sich in Kaspar Hauser, dessen vorherige und nachfolgende Inkarnationen er nicht schauen konnte, ein höheres Wesen inkarniert. Steiner äußerte sich zum Fall Kaspar Hauser in einem Gespräch mit Karl Hayer [4] folgendermaßen

‹Wenn Kaspar Hauser nicht gelebt hätte und gestorben wäre, wie er tat, so wäre der Kontakt zwischen der Erde und der geistigen Welt vollkommen unterbrochen›

An anderer Stelle spricht er von Hausers ungewöhnlich gutem Gedächtnis und anderen geistigen Eigenschaften, die immer mehr verschwanden, je mehr sein Intellekt geschult wurde:

"Wenn Sie absehen von allem Pro und Kontra, das in bezug auf diesen Fall geltend gemacht worden ist, wenn Sie nur auf das sehen, was unter allen Umständen belegt ist, so werden Sie wissen, daß dieser Findling, der einfach einmal da war auf der Straße, der, weil man nicht wußte, woher er gekommen war, das Kind Europas genannt worden ist, daß er nicht lesen, nicht rechnen konnte, als man ihn fand. Er hatte in einem Alter von zwanzig Jahren nichts von dem, was durch den Intellekt erworben wird, aber merkwürdigerweise hatte er ein wunderbares Gedächtnis. Als man anfing ihn zu unterrichten, als die Logik in seine Seele trat, schwand das Gedächtnis. Dieser Übergang im Bewußtsein war auch noch mit etwas anderem verbunden. Eine unbegreifliche, geradezu eingeborene Wahrhaftigkeit war ursprünglich in ihm, und gerade an dieser Wahrhaftigkeit wurde er immer mehr und mehr irre. Je mehr er an der Intellektualität naschen durfte, desto mehr schwand sie dahin." [5]

Der Anthroposoph Peter Tradowsky schrieb in diesem Zusammenhang:

"Der spirituelle Zustand der europäischen Bevölkerung im Beginn des 19. Jahrhunderts wird drastisch dadurch deutlich gemacht, dass Kaspar Hauser sozusagen in den Kerker hineingeboren wird, wenige Tage nach seiner Geburt am 29. September 1812 wird er aus seinem Sonnenschloß entführt, um es nie wieder zu sehen. Das Geschehen kann als eine Real-Imagination verstanden werden. Denn vor den Augen der geistigen Welt war schon durch den damals wirkenden Materialismus eine Situation entstanden, die in der geistigen Welt ein neues Christus-Opfer erforderte. Die Finsternis des Materialismus in den Seelen wurde durch den Tod in die geistige Welt hineingetragen, wo sie zu einer Art zweiten Kreuzigung Christi führte. Die folgende Auferstehung schuf für das 20. Jahrhundert die Möglichkeit eines individuellen Bewußtseins. Kaspar Hauser vollzog in seinem Martyrium im Diesseits dieses Christus-Opfer nach. (...) Kaspar Hauser wurde mit Recht als <<Kind Europas>> erkannt und bezeichnet. Das <<Kind Europas>> erregte zwar europaweit großes Aufsehen, aber seine Botschaft wurde wenig verstanden und aufgegriffen. Das <<Kind Europas>> brachte die Botschaft, den Ursprung des Menschen in der geistigen Welt nicht zu vergessen. Und für die Deutschen war es insbesondere die dringende Ermahnung, den eigenen Volksgeist nicht zu verraten. Aber auch in dieser Beziehung spricht die Geschichte eine klare Sprache. Als Ausdruck der wirkenden feindlichen Kräfte, die auch auf den Christus-Impuls zielen, wird das <<Kind Europas>> vor Weihnachten 1833 in Ansbach ermordet. Prophetisch ist dieser Mord wie ein Vorspiel auf das Jahr 1933 gesehen worden. Das ist nicht als unabwendbares Fatum zu verstehen. Es gab durchaus die Möglichkeit, das Schicksal zu wenden, aber diese Möglichkeit konnte nicht ergriffen werden ..." [6]

 

Verweise:

[1] Rudolf Steiner, GA 104, S. 19: Die Apokalypse des Johannes

[2] Siehe Anthrowiki Artikel über Kaspar Hauser https://anthrowiki.at/Kaspar_Hauser

[3] Siehe Wikipedia Artikel über Kaspar Hauser https://de.wikipedia.org/wiki/Kaspar_Hauser#DNA-Analysen

[4] Siehe Richard Steel. "Die Verbindung zwischen Kosmos und Erde" In: Das Goetheanum Nr. 50, 15.12.2012. S. 10-11. https://www.kaspar-hauser.net/presse/Steel_HeyerHauserPfeiffer_SJ_ph.pdf

[5] Rudolf Steiner, GA 104, S. 19: Die Apokalypse des Johannes

[6] Peter Tradowsky: Das Mysterium von Golgatha, Radioaktivität und Atomkraft (Anhang), Vgl. für Anthroposophie, Dornach 2011, S. 75 - 77