Pfingsten

Pfingsten ist ein Jahresfest im Christentum, das aus den Feiertagen Pfingstsonntag und Pfingstmontag besteht und traditionell im Mai gefeiert wird. Wörtlich bedeutet es der fünfzigste Tag, da es fünfzig Tage nach Ostern gefeiert wird (griechisch: pentēkostē hēméra, deutsch ‚fünfzigster Tag‘).

"So ist das Pfingstfest aufzufassen als ein Symbol der Befreiung des Menschengeistes, als das große Symbol des menschlichen Ringens nach Freiheit, nach einem Bewußtsein in Freiheit. Wenn das Osterfest ein Auferstehungsfest in der Natur ist, so ist das Pfingstfest ein Symbol für das Bewußtwerden des Menschengeistes, das Fest derjenigen, die wissen und erkennen, und – davon durchdrungen – die Freiheit suchen."

 - Rudolf Steiner - Pfingsten - Das Fest der Befreiung des Menschengeistes (GA 93)

Weitere wichtige Feiertage im Jahreslauf sind Ostern, Johanni, Michaeli und Weihnachten

  • «Bald sind wir aber Gesang»
    «Bald sind wir aber Gesang»
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  • Die großen christlichen Feste im Jahreslauf
    Judith von Halle Beiträge zu Weihnachten, Epiphanie, Ostern, Pfingsten, Johanni und Michaeli Dieser dritte Band Vorträge von Judith von Halle enthält eine Zusammenstellung von bisher unveröffentlichten Vorträgen sowie Artikeln zu den christlichen Jahresfesten, in denen der Leser Anregungen zu einem eigenen und bewussteren Verhältnis zu den Festen finden kann.
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  • Der Pfingstlaut PF - Die hörbare Lautgebärde II
    Christa Slezak-Schindler "Denn sehen Sie, meine lieben Freunde, nur wenn wir in die Lage kommen, Religiosität, möchte ich sagen, religiöse Stimmung in unsere eigene Kunst hineinzubringen, sind wir in der Lage, über die Gefahren, die im künstlerischen Wirken leben und die insbesondere bei der Schauspielkunst stark hervortreten, ja sogar moralisch korrumpierend als künstlerische Dinge selber wirken können, hinauszukommen..." Rudolf Steiner, Dornach, 22. September 1924
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  • Pfingsten in Deutschland
    Thomas Meyer Ein Hörspiel um die deutsche "Schuld" Szenische Bilder und Kommentare in drei Akten.
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    Rudolf Steiner Das Pfingstfest des seelischen Zusammenstrebens und des Arbeitens an der Vergeistigung der Welt 1 Vortrag, Hamburg 1910 und 2 Vorträge, Köln 1908 1. Das Pfingstfest des seelischen Zusammenstrebens und des Arbeitens an der Vergeistigung der Welt (1. Vortrag, Köln, 7. Juni 1908) 2. Das Pfingstfest des seelischen Zusammenstrebens und des Arbeitens in der Vergeistigung der Welt (2. Vortrag, Köln, 9. Juni 1908) 3. Pfingsten, das Fest der freien Individualität (Hamburg, 15. Mai 1910)
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Das Pfingstfest

An Pfingsten wird die Ausgießung des heiligen Geistes zu seinen Jüngern durch den auferstandenen Jesus Christus gefeiert. Der Moment der Ausgießung von Gottes Geist - das Pfingstereignis - wird in der Bibel als der Moment eines Sprachenwunders beschrieben, durch das die Jünger so zu sprechen befähigt wurden, dass ihre Worte die Herzen aller Menschen erreichten:

"Als der Tag des Pfingstfestes gekommen war, waren alle zusammen am selben Ort. Da kam plötzlich vom Himmel her ein Brausen, wie wenn ein heftiger Sturm daherfährt, und erfüllte das ganze Haus, in dem sie saßen. Und es erschienen ihnen Zungen wie von Feuer, die sich verteilten; auf jeden von ihnen ließ sich eine nieder. Und alle wurden vom Heiligen Geist erfüllt und begannen, in anderen Sprachen zu reden, wie es der Geist ihnen eingab.“

– Apg 2,1–4 EU


Im Neuen Testament wird in der Apostelgeschichte erzählt, dass der Heilige Geist auf die Apostel und Jünger herabkam, als sie zum jüdischen Fest Schawuot, das dem Pfingstfest voranging, in Jerusalem versammelt waren (Apg 2,1–41 EU). Dieses Datum wird in der christlichen Tradition auch als Gründung der Kirche verstanden. Man spricht heute auch im nicht-religiösen Kontext von Pfingstereignissen, wenn fremde Menschen durch ein wichtiges Ereignis zusammenkommen und zusammen feiern.
 

Die Bedeutung von Pfingsten aus anthroposophischer Sicht

Die ursprüngliche Bedeutung von Pfingsten ist die Befreiung des menschlichen Geistes aus seinem niederen körperlichen Bewusstsein zu einem vollbewussten, klaren und freien Ich-Bewusstsein. Rudolf Steiner erklärt in seinem Vortrag "Pfingsten - Das Fest der Befreiung des Menschengeistes" am Pfingstmontag, 23. Mai 1904 in Berlin (GA 93), dass der Menschengeist ursprünglich ein rein geistiges Wesen war. Er sollte sich aber zu einem freien und sich-selbst-bewussten Wesen entwickeln und stieg dann, ab der lemurischen Kulturperiode, herunter in die physische Welt, wo er sich mit einem physischen Leib verband. Dies ist in der Bibel symbolisch durch den Sündenfall dargestellt, in der griechischen Mythologie durch die Prometheus-Sage. Durch die Erfahrungen, die der Mensch auf dieser dichten, materiellen Welt sammelte, konnte sich erst sein freies Denken und somit sein Ich-Bewusstsein entwickeln. Jedoch sollte es nicht beim reinen physisch-induzierten Bewusstsein bleiben, sondern der Mensch sollte sich selbst wieder daran erinnern, dass er ursprünglich aus einer geistigen Sphäre ohne physischen Leib stammt, dass er ursprünglich ein geistiges Wesen ist und sich in diese höheren Sphären erheben. Konkret heißt das, er solle sich erheben über das, was ihn an die physische Welt fesselt und sich zu seiner wahren, integeren Individualität entwickeln, die nach höheren Werten und Selbsterkenntnis strebt, statt in einem dumpfen Bewusstsein durch die bloße Befriedigung von Gelüsten, Trieben und Bequemlichkeiten zu verharren. Es heißt nicht, er solle seinen Körper verleugnen oder gar geißeln, wie das in manchen christlichen Strömungen gelehrt wird. 

Aussagen Rudolf Steiners zu der Bedeutung von Pfingsten

Alle Zitate stammen aus der oben erwähnten GA 93.

"Der Mensch lebt zunächst in seinem niederen Organismus, in dem von den Wünschen durchdrungenen Bewußtsein. Er soll darin leben, denn nur dieses Bewußtsein konnte ihm die zielsichere Freiheit geben. Aber er darf nicht darinnenbleiben, sondern soll sein Ich heraufheben zu der Devanatur [Anm. d. Redaktion: zu seiner geistigen Natur]. Er soll in sich selbst den Deva zeitigen, den Deva gebären, der dann ein Heils-Geist sein wird, ein Heiliger Geist. Dazu muß er jedoch den irdischen Leib bewußt hinopfern, dazu muß er empfinden das «Stirb und Werde», damit er nicht bleibe «ein trüber Gast» auf dieser «dunklen Erde».

So stellt uns das Ostermysterium im Zusammenhang mit dem Pfingstmysterium erst eine Ganzheit dar: wie das menschliche Ich in dem großen Repräsentanten sich entäußert des niederen lebendigen Ichs, wie es dahinstirbt, um die physische Natur völlig zu verklären und sie wieder zurückzugeben den göttlichen Mächten. Die Himmelfahrt ist das Symbol dafür. Wenn der Mensch diesen physischen Leib verklärt hat, zum Geistigen zurückgebracht hat, dann ist er reif, daß sich das spirituelle Leben in ihn ergießt, daß er erleben wird das, was nach der Erklärung des größten Repräsentanten der Menschheit die «Ausgießung des Heiligen Geistes» genannt wird. Daher heißt es auch: «Drei sind, die da zeugen auf der Erde: das Blut, das Wasser und der Geist.» – Das Pfingstfest ist die Ausgießung des Geistes in die Menschheit.

[...]

Dadurch, daß der Mensch heruntergestiegen ist in die Materie, ist er zum Selbstbewußtsein gekommen. Dadurch, daß er wieder hinaufsteigt, wird er zum selbstbewußten Deva werden.

[...]

Der Geist des Menschen soll ein befreiter sein und kein dumpfer.

Das will auch das Christentum. Heil, heilen hängt zusammen mit heilig. Ein Geist, der heilig ist, der heilt, der befreit von Leiden und Plagen. Gesund und frei ist der Mensch, wenn er entrissen ist der Knechtung durch das Physiologische, wenn er befreit ist von dem Physiologischen. Denn der befreite Geist ist allein der gesunde, an dessen Körper kein Adler mehr nagt [Anm. d. Redaktion: Bezug auf die Prometheus-Sage, der Adler, der an der Leber des Prometheus nagt, symbolisiert die Leiden der physischen Begierden].

So ist das Pfingstfest aufzufassen als ein Symbol der Befreiung des Menschengeistes, als das große Symbol des menschlichen Ringens nach Freiheit, nach einem Bewußtsein in Freiheit. Wenn das Osterfest ein Auferstehungsfest in der Natur ist, so ist das Pfingstfest ein Symbol für das Bewußtwerden des Menschengeistes, das Fest derjenigen, die wissen und erkennen, und – davon durchdrungen – die Freiheit suchen.

[...]

Lassen Sie einen Funken des Verständnisses für diesen Heiligen Geist wieder einfließen in das unverstandene Pfingstfest, dann wird es belebt werden und wieder Sinn bekommen. In einer sinnvollen Welt sollen wir leben. Wer gedankenlos Feste feiert, feiert sie als Anhänger des Epimetheus [Anm. d. Redaktion: der Bruder von Prometheus, der sich ganz den irdischen Freuden hingab, kein Interesse an seiner geistigen Freiheit zeigte und daraufhin die Büchse der Pandora mit all den Leiden, die mit der physischen Welt in Verbindung stehen, von Zeus erhielt]. Der Mensch muß sehen, was uns verbindet mit dem, was um uns ist, und auch mit dem, was unsichtbar in der Natur ist. Wir sollen wissen, wo wir stehen. Denn wir Menschen sind nicht zu einem traumhaften, halben, dumpfen Dahinleben, sondern wir sind zur freien, vollbewußten Entfaltung unserer ganzen Wesenheit bestimmt."